Geleit für den Monat Dezember

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Die vierwöchige Vorbereitung auf das Hochheilige Weihnachtsfest, der Advent, ist wiederum hereingebrochen, und mahnt uns durch die Texte der Liturgie, uns würdig zu bereiten für das Kommen unseres Herrn. Die dreifache Ankunft des Erlösers, die uns der Advent vor Augen stellt, ist nämlich mehr als das bloße Betrachten des göttlichen Kindes, das in den Krippen unserer Kirchen und Häuser dargestellt ist. Sicherlich hat auch dieses seinen Platz und gerade das Weihnachtsfest, das Geburtsfest unseres Erlösers im Fleische, erinnert uns daran uns, mit den Hirten nach Bethlehem zu gehen und zu sehen, was dort geschehen ist, was der Herr uns verkünden ließ. Aber die vier Adventsonntage bringen noch zwei weitere Aspekte des Ankunftsgedankens. Zuerst hören wir am ersten Adventsonntag noch den Zusammenhang mit dem letzten Sonntag nach Pfingsten, an dem auch schon vom Weltgericht gehandelt wurde. So bildet der erste Advent gleichsam die Fortsetzung vom Ende des Kirchenjahres, und handelt von der Wiederkunft Christi zum Weltgericht. Diese Ankunft des Erlösers, als strenger Richter aller Sünder und treuer Vater seiner Kinder, vollendet dann all das, was mit der ersten Ankunft in Bethlehem begonnen wurde. Beginnt mit der Geburt in Bethlehem das Erlösungswerk Gottes in seine letzte Phase einzutreten, so vollendet das Jüngste Gericht den Erlösungsplan für die Menschheit. Bethlehem ist das große Angebot Gottes an den freien Menschen, mitzuwirken an seiner Erlösung. Das Jüngste Gericht ist die öffentliche und endgültige Belohnung all derer, die dem Lamme nachgefolgt sind. Zwischen diesen beiden Ankünften des Herrn steht nun jene, auf die uns der Täufer Johannes hinweist. Mit den Worten „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“, wird er seine Jünger zum Erlöser schicken. Und damit spricht er auch von der dritten Ankunft, von der uns der Advent kündet, nämlich der Ankunft in der Gnade. Die Gnade Gottes, die in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist, wird uns zuerst einmal in den Sakramenten zuteil, dann aber auch durch die Sakramentalien und schlußendlich auch ohne unser Zutun, indem sie uns als aktuelle Gnade den Antrieb und die Ausdauer zu unseren guten Werken gibt. Ohne Gottes Gnade wären wir nichts und könnten wir nichts, weil Gott uns aber reich gemacht hat durch die Gnade, können wir voll Zuversicht Verdienste sammeln für das ewige Leben. Diese drei Ankünfte des Herrn gibt uns der Advent zur Betrachtung auf. Danken wir daher unserem Herrn für seine erste Ankunft im Stalle von Bethlehem. Wirken wir mit, mit der Gnade Gottes, die uns tagtäglich im Übermaße zuteil wird, damit er nicht vergeblich Tag um Tag mit der Gnade an die Türen unserer Herzen klopft. Sammeln wir uns mit seiner Hilfe einen Schatz im Himmel, den weder Motte noch Rost verzehrt. Damit wir dann, wenn uns der Herr zur ewigen Heimat ruft, ihm, unserem Richter, freudig entgegeneilen können, um den Lohn für unsere Mühen in Empfang zu nehmen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen und Ihren Angehörigen, auch im Namen meiner Mitbrüder, eine gesegnete Adventzeit und ein frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest und ein wirkliches Jahr des Heiles 2018.

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich