Geleit für den Monat Juni

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Der Monat Juni ist seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert der Monat des Heiligsten Herzens Jesu, der Juli wird schon eben solange als der Monat des Kostbaren Blutes bezeichnet. Beide Aspekte, das Herz des Gottmenschen, das für uns und um unseres Heiles willen am Kreuze eröffnet wurde, und das Kostbare Blut des Herrn, das aus dieser Seitenwunde hervorquoll, führen unsere Gedanken hin auf das Zentrale des Christentums überhaupt – unsere Erlösung durch den Kreuzestod Jesu Christi. Gerade in unserer Welt, die voll ist von allen möglichen Selbsterlösungstheorien, ist es von entscheidender Notwendigkeit, sich immer wieder dessen zu vergewissern, was wir selbst eigentlich glauben. Denn oftmals ist es einfacher geworden zu sagen, was wir nicht glauben, als das zu bedenken, was wir eigentlich glauben. Die Kirche hat nun einem jeden Monat des Jahres ein bestimmtes Thema vorangestellt, mit dem wir uns näher auseinandersetzen sollen. In diesen beiden Monaten ist es das Geheimnis der Erlösung unter den beiden oben genannten Aspekten. Was aber heißt Erlösung wirklich? Vor allem, was glaube ich eigentlich davon, ist durchaus eine Frage, über die es sich nachzudenken lohnt. Und das beginnt schon beim Kreuzzeichen, wenn ich morgens erwache, denn schon hier ist es das Zeichen des Heiligen Kreuzes, mit dem wir uns bezeichnen, das Zeichen der Erlösung. Und so kann ich im je konkreten Alltag weitergehen, dieses Geheimnis meiner eigenen Erlösung zu betrachten. Denn auch wenn es stimmt, dass alle erlöst sind, so ist doch die Zuwendung der Erlösungsgnaden etwas, das jeder von uns höchstselbst zu tun hat. Denn Christus der Herr hat alle Schätze der Gnade durch seinen blutigen Opfertod erworben. Christus der Herr hat für die Sünden aller Menschen Sühne geleistet. Aber diese Gnadenschätze für mich persönlich in Anspruch zu nehmen, das ist mein Teil der Mitwirkung, der von mir verlangt wird. Denn Gott zwingt niemanden in den Himmel. Gerade in einer Zeit, in der die verschiedensten Hirngespinste und Irrlehren der Vergangenheit teilweise in sehr primitiver Form wiederbelebt werden, ist es notwendig, sich darüber im Klaren zu sein. Denn es stimmt, grundsätzlich sind alle Menschen, ja sogar alle auch nur denkbar möglichen Menschen erlöst. Es gibt nichts und niemanden, für den Christus nicht genug getan hätte. Aber, und hier kommt das große Aber, in den Himmel kommt nur derjenige, der dieses Gnadenangebot Gottes annimmt. Und das gibt es nur hier auf Erden und zwar solange wir leben. Jeder hat die freie Wahl zwischen Himmel und Hölle, das ist die Aufgabe, in die wir Menschen hineingestellt sind in diesem Leben. Der Weg zum Himmel ist für niemanden versperrt, solange er lebt. Aber er ist steinig. Denn dieser Weg zum Himmel heißt Christusnachfolge und damit Kreuzesnachfolge. Und das ist etwas, das zu keiner Zeit der Kirchengeschichte gerne gesehen wurde, und noch viel weniger in derjenigen, in der wir gerade leben. Aber auch in dieser Zeit, in der die Möglichkeiten vom Wege des Heiles abzuweichen wohl mehr und zahlreicher sind als je zuvor, ist es möglich, zum Himmel zu gehen. Auch in unserer Zeit ist es möglich, Christus nachzufolgen und dafür die Krone des ewigen Lebens zu erlangen. Um uns dazu einen Ansporn zu geben, stellt uns die Kirche in diesen Monaten das Herz des Erlösers und sein Kostbares Blut vor Augen. Durch die Liebe, die aus diesem Herzen Jesu hervorströmt und uns vor allem in den Sakramenten zukommt, können wir sicher hingehen zum Himmel. Durch das Kostbare Blut, das jeden Tag auf den Altären unserer Kirchen bei der hl. Wandlung gegenwärtig wird, sollen wir die Ströme der Gnade in unsere Herzen fließen lassen, damit wir den Weg des Opfers und Verzichts freudig gehen können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine gnadenreiche Betrachtung dieser beiden Elemente unserer Erlösung und möglichst viel an geistlichem Nutzen für das eigene Leben.

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich