hl. Petrus

GELEIT (April)

Hinweis: Für den Messbesuch ist keine Voranmeldung mehr nötig. Darüberhinaus gilt entsprechend der Vorschriften der Wiener Erzdiözese für die Gottesdienstteilnehmer: 2m Abstand und das Tragen einer FFP2-Maske.

Liebe Freunde und Wohltäter,

der Priester betritt die Sakristei, die Auferstehungsfeier wurde soeben beendet. Die Ministranten sehen: Der Heiland lebt, der Pfarrer aber ist tot! Auf den ersten Blick war es der „Arbeitsaufwand“, der den Priester den Weg alles Lebendigen gehen ließ. Doch es ist weit mehr als das, denn tatsächlich suchen die Kartage in ihrer intensiven Zuspitzung und Dramatik ihresgleichen. Sie sind sowohl emotional als auch rational sicherlich der berührendste Höhepunkt des Jahres.

Schon in mittelalterlicher Zeit erfreuten sich deshalb auch Passionsspiele größter Beliebtheit, die in ihrer Aufführungspraxis bis heute fortdauern.

In beiden Fällen – Liturgie wie Schauspiel – geht es immer darum, ein vergangenes Geschehen zu vergegenwärtigen, den Menschen in die Tiefe zu führen.

All das verdeutlicht, besonders in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, auf erschütternde Weise, daß das Leiden und Sterben, der Tod und die Auferstehung unseres Herrn uns etwas angeht und zur Nachfolge aufruft. Wer sich in diesen Tagen durch Teilnahme an der Liturgie, ihre tiefen Texte und Gebete führen läßt, wird feststellen, daß es zwar mühevoll, aber mitnichten Arbeit ist, Christus in seinem Leiden und seiner Verherrlichung zu begegnen.

Der Hl. Thomas von Aquin hat darauf verwiesen, daß es einen gewichtigen Unterschied zwischen Arbeit und Spiel gibt: Arbeit hat einen Zweck, das Spiel nicht, doch muß es im Leben eine Zeit für zwecklose Dinge, ja sogar närrisches Verhalten geben. In den Kartagen erfüllen wir keinen Zweck, wir verfolgen ein Ziel, dem lebendigen Gott des Lebens zu begegnen.

So wünschen Ihnen die Priester des Hauses St. Leopold gnadenreiche Kartage und ein gesegnetes Osterfest!

hl. Petrus

Ihr P. Julius Kappel

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich