Geleit für den Monat September

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Der Monat September ist eingerahmt von zwei Engelfesten. Den Abschluß bildet das ältere, ja das älteste der Engelfeste des Kirchenjahres überhaupt, das Fest der Einweihung der Kirche des hl. Erzengels Michael an der Via Salaria in Rom am 29. September. Schon Papst Leo der Große († 461) gedenkt dieses Tages, und damit gehört dieses Fest des Himmelsfürsten zu den alten Festen des kirchlichen Jahreslaufes. Den Beginn des Monats macht das Schutzengelfest am ersten Sonntag im September. Papst Clemens IX. gestattete das schon zuvor in manchen Gegenden gefeierte Fest 1667 auf Bitten Kaiser Leopold I. in der ganzen Kirche zu feiern. Auch wenn es später auf den 2. Oktober verlegt wurde, so hat doch gerade dieser Umstand den Monat September zum Schutzengelmonat werden lassen. Die heiligen Engel wollen wir daher in diesem Monat betrachten, insbesondere aber unseren eigenen Schutzengel. Die Theologie lehrt uns, daß ein jeder Mensch bei seiner Geburt von Gott einen besonderen Engel als Beschützer unserer Seele beigesellt bekommt. Dieser Engel, der uns zur Seite gestellt ist, soll uns vor allem vor jenen Gefahren behüten, die unserer Seele drohen. Die Kirche wendet im Meßformular der Schutzengelmesse die Stelle aus dem Buche Exodus auf jeden einzelnen Menschen an, wo es heißt: „Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, daß er vor dir hergehen, dich auf dem Wege behüte und dich an den Ort führe, den ich bereitet habe. Achte auf ihn und höre auf seine Stimme.“ Der stille Begleiter, wie der Schutzengel manchmal genannt wird, ist unser erster Fürsprecher bei Gott. Unsere Seelen sind den Schutzengeln anvertraut. Unsere Seelen sind Gott dem Herrn so wertvoll, daß er für jede einzelne einen Begleiter abstellt, damit sie nicht verloren gehe. Es wird auf dieser Welt wohl keinen Menschen geben, der es erfassen kann, wie viel ein jeder von uns Gott unserem Schöpfer, unserem Erlöser und Heiligmacher wert ist. Aber gerade im Hinblick auf diesen Schutzengelmonat können wir ansatzweise begreifen, wie viel eine jede einzelne Seele vor Gott wert ist. Gerade weil wir Gott dem Herrn aber so sehr wertvoll sind, seien wir dankbar für diesen mächtigen Beschützer, den er uns zur Seite gestellt hat. Die Tugend der Dankbarkeit gegenüber Gott und unserem Schutzengel in diesem Monat zu üben, ist der Auftrag, den uns dieser Monat ans Herz legt. Erfüllen wir diesen Auftrag freudig, indem wir uns bemühen, unseren Schutzengel nicht zu mißachten, sondern ihm für alle Gaben und Gnaden danken, die er uns tagtäglich erbittet, und um alles bitten, was uns zum ewigen Heile notwendig ist. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen gesegneten Schutzengelmonat.

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

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