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| 1. Jugendjahre und Klostereintritt
Als "vielgeliebte Jüngerin des göttlichen Herzens Jesu und Erbin seiner Schätze, die vom Herrn selbst erwählt wurde, um die Andacht zum heiligsten Herzen zu festigen und zu verbreiten" beschrieb der selige Papst Pius IX. im Dekret über die Seligsprechung die hl. Margareta am 24. April 1864. Sie wurde am 22. Juli 1647 im Burgund (Ostfrankreich) geboren. Im Alter von fünf Jahren gelobte sie ewige Jungfräulichkeit. Später wird die Heilige darüber schreiben: "O meine einzige Liebe, wieviel Dank schulde ich Dir doch, da Du mich von zartester Jugend an behütest hast, da du selber mein Herz in Besitz genommen und mich geleitet hast. Ohne noch zu verstehen, um was es sich handelt, fühlte ich mich dauernd gedrängt, die Worte zu wiederholen: Mein Gott, ich weihe Dir meine Reinheit und lege das Gelübde ewiger Keuschheit ab." (Selbstbiographie) |
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Mit zehn Jahren erkrankte Margareta an einer schweren Kinderlähmung, von der sie im Alter von vierzehn Jahren auf wunderbare Weise geheilt wurde. Im vorangerückten Jugendalter wollte die Familie sie verheiraten. Die Heilige war jedoch bereits in ihrem geistlichen Leben so gefestigt, daß sie sich durchsetzen konnte und gegen den anfänglichen Widerstand seitens der Familie bei den Schwestern der Heimsuchung in Paray-le-Monial eintrat. Bereits seit Kindheit mit außergewöhnlichen Gnadenerweisen ausgestattet, wurde die Heilige immer mehr mit dem Geheimnis des Heiligsten Herzens Jesu vertraut gemacht. In den Profeßexerzitien sprach der Herr nach dem Empfang der Hl. Kommunion zu ihr: "Sieh da Meine Seitenwunde, in der du jetzt und für immer Wohnung nehmen sollst, hier wirst du das Kleid der Unschuld bewahren können, mit dem Ich deine Seele geschmückt habe, damit du künftig ein vergöttlichtes Leben führest. Du sollst leben, als lebtest du nicht, denn Ich will in dir leben. Sei stets bereit, mich aufzunehmen, so wie Ich bereit bin, Mich dir zu geben, denn du wirst oft der Wut deiner Gegner ausgeliefert werden. Aber fürchte nichts, Ich werde dich mit Meiner Macht umgeben, Ich werde der Preis deiner Siege sein."
Nach der Profeß war sie in den verschiedensten Ämtern tätig. Gemäß dem Grundsatz ihres Ordensvaters Franz von Sales: "nichts wünschen, nichts verweigern", war sie mit allem zufrieden. Wegen ihrer vielen Visionen und Ekstasen war die hl. Margareta vielen Demütigungen und harten Prüfungen seitens der Mitschwestern ausgesetzt; die Heilige erwies in allem eine unerschöpfliche Geduld.
In die ersten Ordensjahre (1673-1675) fallen die sogenannten vier großen Herz-Jesu-Visionen, derer sie bei der Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes gewürdigt wurde.
Erste Herz-Jesu-Vision (27.12.1673)
"Als ich einmal vor dem Allerheiligsten betete und mehr Muße fand als sonst - gewöhnlich ließen mir die Beschäftigungen, die man mir auftrug, nicht viel Zeit - wurde ich ganz in die göttliche Gegenwart des Herrn eingehüllt, und zwar so sehr, daß ich Ort und Zeit vollständig vergaß. Ich übergab mein Herz der Macht Seiner Liebe. Lange Zeit ließ Er mich an Seiner Brust ruhen und entdeckte mir die unaussprechlichen Geheimnisse Seines heiligsten Herzens, die Er mir bis dahin noch verborgen hatte und nun zum ersten Mal vor mir eröffnete. Er sagte zu mir: Mein göttliches Herz brennt so von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, daß es die Flammen dieses Feuers nicht mehr in sich verschließen kann. Es muß sich deshalb durch dich ausbreiten, es muß sich offenbaren, um die Menschen mit den kostbarsten Schätzen zu bereichern, die Ich dir enthülle. Sie bergen die Gnaden, die ihnen zum Heile dienen und die sie vom Abgrund des Verderbens zurückreißen. Dann forderte er mein Herz von mir. Ich bat Ihn inständig, es zu nehmen. Er nahm es und versenkte es in das Seine. Dort sah ich es wie ein winziges Stäubchen, das sich in dieser brennenden Glut verzehrte."
Zweite Herz-Jesu-Vision
(An einem ersten Freitag im Monat 1674)
"Das göttliche Herz wurde mir auf einem flammenden Thron gezeigt, strahlender als die Sonne und durchscheinend wir Kristall. Seine verehrungswürdige Wunde war deutlich zu erkennen. Es war mit einer Dornenkrone umwunden, welche die Verwundungen sinnbilden sollen, die unsere Sünden ihm zufügen. ( ) Er ließ mich sodann erkennen, wie das brennende Verlangen, von den Menschen geliebt zu werden und sie vom Weg des Verderbens zurückzureißen, auf den der Satan so viele führte, Ihm den Entschluß eingegeben habe, sein Herz den Menschen zu offenbaren. Von Seinen Schätzen der Liebe, des Erbarmens, der Gnade, der Heiligung und des Heils sollten sie erfahren, damit Er jene, die Ihm die Verehrung, die Liebe und Verherrlichung erweisen würden, zu der sie fähig sind, in überströmender und verschwenderischer Fülle mit diesen Schätzen des Herzens Gottes beglücken könne."
Dritte Herz-Jesu-Vision
(Fronleichnam 1674)
"Einmal, als wieder das Allerheiligste ausgesetzt war, ( ) erschien mir Jesus Christus im Glanz seiner Verherrlichung mit seinen fünf Wundmalen, die wie fünf Sonnen leuchteten. Er zeigte mi sein liebevolles und liebenswertes Herz, das der Quell dieser Flammen war. Darauf enthüllte er mir die unaussprechlichen Wunder seiner reinen Liebe und das Übermaß der Liebe zu den Menschen, von denen er nichts als Undank und Verkennung erfährt, und sagte: 'Das trifft Mich viel schmerzlicher als alles, was Ich in Meiner Passion erduldet habe. Wenn sie Meine Liebe auch nur ein wenig erwidern würden, würde Ich alles, was Ich für sie tat, gering achten und noch mehr tun, wenn dies möglich wäre. Doch sie haben nichts als Kälte und Abweisung für all Meinen Eifer, ihnen Gutes zu tun. Mache deshalb wenigstens du Mir die Freude, für ihre Undankbarkeit soweit Sühne zu leisten, als du es nur vermagst.'"
Vierte Herz-Jesu-Vision
Die größte und wichtigste Vision der Heiligen ereignete sich in der Oktav des Fronleichnamfestes 1675. Margareta wurde beauftragt, die Einführung des Herz-Jesu-Festes zu erwirken. Nachdem der Herr die Schmähungen gegen Seine unendliche Liebe beklagt hat, besonders im allerheiligsten Sakrament sagt Er: "Deshalb verlange Ich von dir, daß am ersten Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderes Fest zur Verehrung meines Heiligsten Herzens eingesetzt werde. Man soll an diesem Tag die hl. Kommunion empfangen und Mir durch feierliche Abbitte Ehrenersatz leisten, um die Verunehrungen zu sühnen, die dem Allerheiligsten Sakrament während der Aussetzung auf den Altären zugefügt werden."
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Die hl. Kirche anerkannte die Echtheit der Visionen und förderte die Herz-Jesu-Verehrung durch zahlreiche päpstliche Rundschreiben, die Einführung des Herz-Jesu-Festes und die Weltweihe an das Hlst. Herz durch Papst Leo XIII.
Die zwölf Verheißungen des heiligsten Herzens Jesu für
seine Verehrer
(nach den Visionen der hl. Margareta M. Alacoque)
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Ich werde ihnen die Gnaden geben, die sie für ihren Stand brauchen.
Ich werde ihren Familien den Frieden schenken.
Ich werde sie in allen Leiden trösten.
Ich werde ihre Zufluchtstätte sein während ihres Lebens und besonders in der Stunde ihres Todes.
Ich werde über all ihre Unternehmungen reichen Segen ausgießen.
Die Sünder werden in meinem Herzen eine unerschöpfliche Quelle der Barmherzigkeit finden.
Die lauen Seelen werden eifrig werden.
Die eifrigen Seelen werden rasch zu großer Vollkommenheit gelangen.
Ich werde die Orte segnen, wo das Bild meines Herzens aufgestellt und verehrt wird.
Den Priestern werde ich die Gnade verleihen, selbst die verhärtetsten Herzen zu berühren.
Die Namen jener, die meine Andacht verbreiten, werden für immer in meinem Herzen eingeschrieben sein.
Alle jene, die neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren werden die Gnade eines bußfertigen Todes erlangen und nicht im Stand der Ungnade und ohne Empfang der hl. Sakramente sterben. Mein göttliches Herz wird ihre sichere Zuflucht sein im letzten Augenblick.
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