Ein Apostolat auf Leben und Tod:


Im Monat November gedenkt die Kirche im Besonderen den Toten. Dabei darf nicht vergessen werden, daß auch uns dieser Weg bevorsteht. Die letzte Stunde des Menschen ist zugleich die entscheidenste, diejenige, die über ewige Freude oder ewige Verdammnis entscheidet.

Die Todesstunde unseres Erlösers, der zwischen zwei Räubern gekreuzigt wurde, ist allen Menschen Testament und Mahnung, die Bedeutung der letzten Stunde des Menschen zu verstehen: Der Herr selbst, ergeben in den heiligsten Willen seines himmlischen Vaters, öffnet dem guten Schächer am Kreuz den Himmel, nachdem dieser Ihn um ein Gedenken im himmlischen Reich gebeten hat, während der andere Schächer Christus noch in der Todesstunde verschmäht: "Einer von den Übeltätern, die am Kreuze hingen, lästerte ihn, und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so hilf dir selber und uns. Da antwortete der andere, verwies es ihm und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch dieselbe Strafe erleidest? Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdient haben; dieser aber hat nichts Böses getan. Und er sprach zu Jesus: Herr! Gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!" (Lk 23,39 ff)

Durch diesen Bericht des heiligen Evangeliums wird uns die Dramatik des gesamten Menschengeschlechtes vor Augen gestellt, das einzig durch Christus die Erlösung finden kann, wenn es sich seiner Gnade öffnet und ihn um Rettung anfleht. Auf der anderen Seite aber entrinnt das Menschengeschlecht der ewigen Verdammnis der Hölle nicht, wenn es sich bewußt Christus seinem Erlöser verweigert. Da kein Mensch seine letzte Stunde kennt, ist ein jeder dazu aufgefordert, sein Herz immer bereit zu haben, die irdischen Zelte abbrechen zu können um im hochzeitlichen Gewand, d.h. mit dem Schmuck der heiligmachenden Gnade, vor seinem ewigen Richter zu erscheinen.

Doch erstreckt sich diese Sehnsucht nach dem Himmel nie allein auf die eigene Glückseligkeit, sondern auf die aller Menschen. Alle Menschen sollen nach Gottes Willen gerettet werden. Die Heiligen lehren daher übereinstimmend, daß es kein sichereres Mittel gibt selbst gerettet zu werden, als bei der Rettung anderer Seelen mitzuwirken. Recht eindringlich mahnt der hl. Paulus, sich als Getaufter als Glied am Leib der Kirche zu sehen: "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder, wenn ein Glied verherrlicht wird, freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid Christi Leib, und Glied um Glied" (1 Kor 12,26)

Welche größere Freude gibt es, als das ein Glied am mystischen Leibe Christi zur Anschauung Gottes gelangt? Und daher ist es ein Werk der christlichen Nächstenliebe, unser Bemühen um das ewige Heil nicht gleichsam egoistisch auf unsere eigene Person zu beschränken. Vielmehr soll unser Flehen um das Heil der Seelen die ganze Menschheit umfassen. In diesem Sinn schreibt Pius XII. in seiner Enzyklika "Mystici corporis": "Ein wahrhaft schauererregendes Geheimnis, das man niemals genug betrachten kann, daß nämlich das Heil vieler abhängig ist von den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des geheimnisvollen Leibes Jesu Christi, die sie zu diesem Zweck auf sich nehmen, ..." (ebd. 1. Teil, 2b) Im Besonderen bedürfen gerade jene Menschen des fürbittenden Gebetes, die zwischen Leben und Tod stehen, die einen, um standhaft in der heiligmachenden Gnade auszuharren bis zum Ende und die anderen, um diese Gnade die erforderlich ist für die Glückseligkeit zu erlangen.

Da der Teufel sehr genau um die Wichtigkeit dieser Stunde weiß und nichts unversucht läßt, seine letzte Chance zu nutzen, umhegt die hl. Kirche ihre Kinder mit hingebender Fürsorge, wenn sie ihnen die Sakramente der Beichte und der Letzten Ölung spendet und den Leib des Herrn zum letzten Mal als Wegzehrung darreicht. Da es immer weniger Menschen sind die aus sträflicher Nachlässigkeit der Angehörigen oder des Pflegepersonals in ihrer letzten Stunde die hl. Sakramente der Kirche empfangen können, und statt dessen einsam und verlassen in Krankenhäusern und Altenheimen ohne geistlichen Beistand aus dem Leben scheiden, ist es heute von größerer Wichtigkeit als je zuvor, das Gebet für die Sterbenden nicht zu vernachlässigen und in der eigenen Umgebung selbst aufmerksam und hellhörig zu sein, wenn jemand von schwerer Krankheit oder Alter gezeichnet ist, damit rechtzeitig ein Priester verständigt werden kann.

Auch die Heiligen erkannten in ihrem Todeskampf, daß die Sterbestunde zu den schwersten Prüfungen des Lebens gehört und wie wichtig das Gebet für die Sterbenden ist. So sagte die hl. Theresia von Lisieux vor ihrem Tode: "Wie begreife ich jetzt, daß viel gebetet werden muß für die Sterbenden". Unter den verschiedenen Andachtsformen, den Sterbenden zu helfen, stellt uns die hl. Kirche in besonderer Weise den hl. Josef als Patron der Sterbenden vor Augen, da er in der Gegenwart des Erlösers und der allerseligsten Jungfrau Maria sterben durfte. Wenn die Kirche daher die Sterbenden besonders unter den Schutz des hl. Josef stellt, so bittet sie den Nährvater Christi, er möge am himmlischen Thron dafür eintreten, daß ihre Kinder genauso wie er in der heilbringenden Gegenwart des Erlösers und unter der tröstenden Fürsorge der unbefleckten Jungfrau aus dieser Welt scheiden mögen.

Zu diesem Zwecke gründete der selige Don Guanella 1913 zu Rom eine Gebetsvereinigung, die sich "Bruderschaft vom Tod des Hl. Josef" nannte und sich verpflichtete, täglich für die Sterbenden zu beten. Seither hat sich das Werk auf der ganzen Welt ausgebreitet und die Millionen von Mitgliedern, darunter einige Päpste, die sich verpflichten (nicht unter Sünde) zweimal am Tag das unten abgedruckte Gebet zu sprechen, nehmen sich besonders der 500 000 Menschen an, die täglich sterben. Seien wir gewiß, daß der hl. Josef uns im eigenen Sterben nicht verlassen wird, wenn wir zuvor mit ihm zur Rettung vieler Menschen beigetragen haben, und hören wir auf die Bitten der allerseligsten Jungfrau, die in Fatima sagte, daß viele Menschen in die Hölle kommen, weil niemand für sie betet.

"Hl. Josef, Nährvater Jesu Christi und wahrer Bräutigam der allerseligsten Jungfrau Maria, bitte für uns und die Sterbenden dieses Tages/ dieser Nacht"

Die Anmeldung zu dieser Gebetsaktion erfolgt kostenlos (Name, Adresse und Diözese) und beinhaltet nur die Pflicht, das kleine Gebet zum hl. Josef für die Sterbenden morgens und abends zu verrichten. Die lebenden und verstorbenen Mitglieder sind hineingenommen in die Gebete und hl. Messen, die von Priestermitgliedern gefeiert werden. Wer mehr Informationen über die Erzbruderschaft vom Tod des hl. Josef wissen oder sich in das Register aufnehmen lassen möchte, der wende sich an: Kloster St. Trudpert, D - 79244 Münstertal/ Schwarzwald

.


zurück


.