Zum Fest der Hl. Familie:


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Die Familie ist die grundlegenste aller Einrichtungen in der natürlichen Schöpfungsordnung. Das Wachstum und das Wohlergehen aller hängt von nichts anderem mehr ab, als von der Gemeinschaft der Familie. Doch auch in der übernatürlichen Ordnung ist die Familie von größter Bedeutung, so daß sie als "Kirche im Kleinen" bezeichnet wird.

Umso dramatischer sind die Angriffe des Staates auf die Heiligkeit und Unauflöslichkeit dieses heiligen Bundes zwischen Mann und Frau. Sie widersprechen den Geboten Gottes und zerstören die Gesellschaft. Deshalb ist es in unseren Zeiten für die Familien besonders dringend, sich die Heilige Familie von Neuem zum Vorbild zu nehmen und sie als Schutzmacht über das häusliche Heim anzurufen.

Die Verehrung der Hl. Familie verleiht den Familien die Gnaden, die sie benötigen, um den Angriffen von außen widerstehen zu können. Gleichzeitig zeigt uns das häusliche Heim von Nazareth jene Tugenden auf, die es in den Familien nachzuahmen gilt:

1) Fürsorge der Eltern: Die Familienväter haben im hl. Joseph die schönste Richtschnur für die Wachsamkeit und Fürsorge eines Vaters. Alle persönlichen Wünsche hat der hl. Joseph zurückgestellt, um seiner Familie dienen zu können und zu beschützen. Die Mütter haben in der heiligen Jungfrau und Gottesmutter ein Vorbild der Liebe, Zucht, geistigen Unterordnung und Treue.

2) Gehorsam: Die Kinder können vom Jesuskind lernen, den Eltern zu gehorchen. "Und er war ihnen untertan." (Lk 2) Wer? Wem? Gott den Menschen. Ja, Gott sage ich, dem die Engel untertan sind, dem die Fürsten und Mächte gehorchen, war Maria untertan, und nicht nur Maria, sondern auch Joseph um Marias willen. Lerne gehorchen Mensch! Lerne dich unterwerfen, Erde! Lerne dich beugen, Staub! Von deinem Schöpfer sprechend sagt der Evangelist: "Er war ihnen untertan." (Bernhard v Clairvaux)

Die Kinder sollen daher erkennen, daß sie im Gehorchen der Eltern gegenüber nicht nur das vierte Gebot ehren und Gottes Stelvertretern folgen, sondern auch die Möglichkeit haben, dem Erlöser gleichförmig zu werden. Die Eltern ihrerseits werden der hohen Verantwortung, Stellvertreter Gottes zu sein, nur dann gerecht, wenn sie selbst nach Vollkommenheit streben und in allem Gottes Gesetz für die Richtschnur ihres Handelns nehmen.

3) Glaube: In der hl. Familie war Gott wirklicher Mittepunkt des ganzen Lebens. Maria und Joseph lebten in ständiger Gegenwart Gottes, da Gottes Sohn mit ihnen war. Dies bedeutete eine stetige Vervollkommnung ihrer selbst. In den Familien soll Gott in ähnlicher Weise durch das regelmäßige gemeinsame Gebet gegenwärtig werden, damit Er in ihnen wirken und ihnen die "familiären" Tugenden schenken kann, von denen der hl. Paulus sagt: "So zieht denn an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Geduld. Ertraget einander und verzeihet einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch verziehen hat, so verzeiht auch ihr. Über allem habt die Liebe, sie ist das Band der Vollkommenheit." (Kol 3,12 ff)

Daß alle Familien an der hl. Familie Maß nehmen können, bringt Papst Leo XIII. zum Ausdruck, wenn er schreibt: "Die vornehmer Abkunft sind, können von der aus königlichem Blut stammenden Familie lernen, wie sie in gehobener Stellung sich mäßigen, in bedrängter Lage die Würde wahren sollen. Die Reichen können von ihnen lernen, wie sehr der Reichtum der Tugend gegenüber zurückzusetzen ist.

Die Arbeiter und alle, die wegen der Beschränktheit ihres häuslichen Besitzes und ihrer dürftigen Lage so sehr zur Verbitterung geneigt sind, werden, wenn sie auf die heiligen Glieder dieser Familiengemeinschaft schauen, Grund genug finden, über die Stellung, die ihnen zuteil wurde, sich eher zu freuen als traurig zu sein. Denn gemeinsam mit der Hl. Familie haben sie die Arbeit, gemeinsam die Sorge um den täglichen Lebensunterhalt. Auch Joseph mußte durch seinen Verdienst für die Bedürfnisse des Lebens sorgen. Selbst die göttlichen Hände verrichteten die Arbeit eines Handwerkers."

Gebet vor dem Bild der Hl. Familie (Papst Leo XIII.)

Liebreichster Herr Jesus Christus, Du hast durch Deine unaussprechlichen Tugenden und durch das Beispiel Deines häuslichen Lebens die von Dir erwählte Familie auf Erden geheiligt. Blicke gnädig auf unsere Familie hernieder, die zu Deinen Füßen kniet und Dich um Gnade anfleht. Sei eingedenk, daß diese Familie Dir angehört, weil sie sich Dir in besonderer Verehrung geweiht und gewidmet hat. Leihe ihr huldvoll deinen Schutz, rette sie aus allen Gefahren, steh ihr bei in ihren Nöten und verleihe ihr die Kraft, das Beispiel Deiner heiligen Familie ständig nachzuahmen. Gib uns die Gnade, Dir auf Erden in treuer Liebe zu dienen und Dich schließlich im Himmel ewig zu loben und zu preisen.

Heilige Maria, du gütige Mutter, wir flehen dich an um deinen Schutz in der festen Zuversicht, daß dein göttlicher Sohn deine Bitten erhören wird.

Und auch du, glorreicher Patriarch, heiliger Joseph, komm uns mit deinem mächtigen Beistand zu Hilfe und übergib unsere Bitten in die Hände Marias, damit sie diese unserem Herrn Jesus Christus darreiche. Amen.

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