Was Auferstehung bedeutet:


Auferstanden am dritten Tag

Die Auferstehung Jesu Christi ist kein natürlicher Vorgang. Beim Sterben trennen sich, wie bei jedem Menschen, Leib und Seele, und der Leib wird ins Grab gelegt. Drei Tage ruht der Leib des Herrn im Grabe.

Der Zahl drei kommt in der heiligen Schrift in Bezug auf Gott eine besondere Bedeutung zu. Sie verweist auf einen Neubeginn in Gott und auf göttliche Kraft. "Drei Tage ist Jonas im Bauch des Fisches" (Mt 12,24). "Drei Tage" harren die Menschen vor der wunderbaren Brotvermehrung bei Jesus aus (Mt 15,32). Nach drei Tagen finden Maria und Josef Jesus im Tempel (Lk 2,46). Nach drei Tagen verbindet sich die Seele wieder mit dem Leibe Jesu, und der Herr ersteht aus eigener Kraft von den Toten auf.

Der Leib Jesu wird bei der Auferstehung verwandelt. Die göttliche Natur tritt nun auf besondere Weise hervor, bestimmt den Leib und gestaltet ihn für das Leben bei Gott. Irdische Gesetze gelten nicht mehr für den auferstandenen, den verklärten Leib. Der Herr geht durch verschlossene Türen, erscheint und ver-schwindet und kann sogar gleichzeitig an verschiedenen Orten verweilen.

Zeichen der Auferstehung

Damit die Auferstehung für uns Menschen feststellbar wird, müssen sinnenhafte Zeichen geschehen, durch die wir den übernatürlichen Vorgang erkennen können. Dazu gehört eindeutig das leere Grab. Das Grab muß logischerweise leer sein, wenn der Leib auferstanden und verklärt ist. Christus erscheint immer wieder mit verklärtem Leib, lässt sich berühren, ißt mit den Aposteln und bezeugt so seine Auferstehung und macht sie für die Apostel und die Welt erfahrbar. Zwar sind uns nicht alle Erscheinungen des Herrn überliefert, einige sind nur kurz erwähnt, so zum Beispiel jene, bei welcher der Erlöser dem Petrus am Nachmittag des Ostertages erschienen ist. Es ist auch anzunehmen, dass Jesus auch seiner Mutter begegnet ist, die das Leiden mit ihm geteilt hat, obwohl es darüber keinen Bericht gibt.

Auch die Botschaft des Alten Testaments ist ein Zeichen für die Auferstehung. Der Herr selbst verwendet das Zeichen des Alten Bundes über seine Auferstehung bereits, um die Emmausjünger zum Glauben zu führen.

Für unseren Glauben ist vor allem das Zeugnis des Neuen Testaments und der Kirche besonders wichtig, da wir die Heilsgeheimnisse nicht mehr direkt miterleben oder überprüfen können. Der Herr sagt zu Thomas: "Selig, die nicht sehen und doch glauben." Diese Aussage gilt auch um so mehr für uns.

Die Bedeutung der Auferstehung Jesu

Welche Bedeutung hat die Auferstehung des Herrn für unser Leben? Paulus ver-wendet zur Erklärung das Bild von Jesus als dem neuen Adam wenn er sagt: "Denn wie in Adam alle sterben, so we-rden in Christus alle lebendig gemacht." (1 Kor 15,22).

Unser ganzes Menschsein wird durch Tod und Auferstehung Jesu Christi neu bestimmt. Der alte Mensch in uns, der Mensch der Welt, der Sünde und des Todes muss abfallen, und wir müssen neu werden in Christus. Auferstehen mit Christus kann nur der, der ihm nachfolgt im Leben und im Sterben.

Auferstehung in der Heiligen Schrift

Im ersten Korintherbrief, der etwa 53-55 in Ephesus verfasst wurde, ist eines der ältesten Glaubenszeugnisse enthalten, das schon sehr früh, etwa im Jahr 37-39 in Jerusalem von Juden- oder Heidenchristen formuliert worden ist, also 4-6 Jahre nach dem Tod Christi. Es ist kurz, zuverlässig und prägnant wie ein Glaubensbekenntnis, aber trotzdem sehr inhaltsreich, es lautet: "Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: dass Christus starb für un-sere Sünden nach der Schrift und das er begraben wurde. Und dass er auferweckt wurde am dritten Tag nach der Schrift und dass er dem Kephas erschien, danach den Zwölfen, danach erschien er mehr als 500 Brüdern zugleich" (1 Kor 15, 3-6).

Christus starb für unsere Sünden

Mit diesem Satz wird der Sühnegedanken des Kreuzestodes betont, der heute immer wieder geleugnet wird. Die Leugnung geschieht sehr gerne vom Gottesbild aus, indem gefragt wird: "Wie kann Gott so grausam sein und es zulassen, dass sein eigener Sohn zu Tode gequält wird?"

Darauf kann man nur erwidern: Gott hat es zugelassen, vermutlich aus Liebe zu uns Menschen und um die ungeheure Bedrohung durch die Sünde zu bewäl-tigen, die offenbar nur so bewältigt wer-den konnte. Ganz im Gegensatz dazu scheint das Gottesbild eines Gottes, der kein Opfer und keine Sühne kennt, falsch und flach zu sein.

Christus starb für unsere Sünden nach der Schrift. - Wo wird nun aber ein Sühnetod in der Schrift vorausgesagt? Israel erwartete zwar einen königlichen und priesterlichen Messias, aber an einen leidenden Gottesknecht dachte man nicht oder nicht mehr. Im Alten Testament schildert Isaias den leidenden Gottesknecht und verkündet den Sühnetod des Messias: "Er (mein Knecht) hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. Doch der Herr hat Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht, er rettete den, der seinen Leib als Sühn-opfer hingab. Mein Knecht macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich" (Is 53, 4-11).

Isaias gibt die Antwort darauf, dass Gott den Sühnetod seines Sohnes will. Christus ist für unsere Sünden gestorben, und trotzdem ist der Gott, der dies fordert nicht grausam, sondern es ist der christliche Gott. Wer hingegen den Sühnetod leugnet, bekennt sich nicht zum christ-lichen Glauben.

Er wurde begraben

Die Grablegung bezeugt, daß Christus wirklich gestorben ist, denn nach jüd-ischer Vorstellung tritt der Tod allmäh-lich ein. Sein letztes Element ist die Verwesung. Das Sterben Jesu und sein Tod sind Voraussetzung für unsere Erlösung. Sein Leiden und sein Sühnetod waren das Opfer, das der Herr zu unserer Erlösung darbrachte. Die Tatsache, daß Christus begraben wurde, betont den Opfertod.

Er wurde auferweckt am dritten Tag

Nach jüdischer Vorstellung ist der dritte Tag der Tag der Wende, an dem Gott das Geschick seines Gerechten wendet.

Im Alten Testament

Im Neuen Testament

Die Theologie der drei Tage

Jesus ist gestorben wie jeder Mensch stirbt, Seele und Leib trennen sich. Die Seele - verbunden mit der Gottheit - wird ins Paradies entrückt. Hierfür sprechen die Worte Jesu zum Schächer: "Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein" und sein letzter Ruf am Kreuz: "Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist" (Lk 23,42;46).

Der Leib - ebenfalls von der Gottheit begleitet - wird ins Grab gesenkt und steigt allerdings nur vorläufig für drei Tage ins Reich des Todes hinab. Hierfür sprechen die Botschaft von der Auferstehung am dritten Tag, die Entdeckung des leeren Grabes durch die Frauen und der Beginn der Erscheinungen am dritten Tag.

Das durch Christus gewirkte Heil im Bild der Höllenfahrt. Da Christus in seinem Kreuzestod alle Gerechten erlöst hat, wirkt sich der Kreuzestod auch für die verstorbenen Gerechten im Toten-reich aus. Mit dem Hinabsteigen des Leibes ins Totenreich wird die Verkündigung der Erlösungsbotschaft an die Verstorbenen verbunden.

Auferweckt am dritten Tage

Der Herr wurde am dritten Tag gemäß der Schrift von den Toten auferweckt. Am dritten Tag wird die Seele Jesu wieder mit dem Leib vereint, denn Gott lässt seinen Gerechten die Verwesung nicht anheim fallen. Jesus kehrt mit allen Erlösten aus dem Reich des Todes zurück. Die Gewalt des Todes ist für alle Erlösten gebrochen. Wenn auch Gott den Tod Jesu zugelassen hat, so wird sein Leib die Verwesung nicht schauen und am dritten Tag mit der Seele in der Auferstehung wieder vereint.

Die drei Tage von Kreuzestod, Grabesruhe und Auferstehung gehören zusam-men. Man kann das eine nicht verstehen ohne das andere. Opfer, Hingabe und Auferstehung gehören zusammen auch in unserem Leben. Nur wer sich hingibt in Glaube und Liebe, hat Hoffnung auf die Auferstehung.

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Literatur:

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