Anton Schwartz wurde am 28. Februar 1852 in Baden (bei Wien) geboren. Sein Vater war Beamter und Musiker, seine Mutter kam ursprünglich aus Ungarn. Schon in seiner Kindheit hatte er schwächliche Anfälle, Hustenkrämpfe und Krankheiten, und trotzdem übte er sich früh in die Aszese ein. Schon im Alter von drei Jahren erkannte Anton, dass er ein Schüler Jesu sein und ihm in Armut dienen möchte. Er nahm sich zum Vorsatz, aus Liebe zu Jesus arm und besonders für den Kreuzestod dankbar sein zu wollen. Als Zeichen dafür aß er in seiner Kindheit nur das, was seinen Geschwistern nicht geschmeckte, oder das, was sie übrig gelassen hatten. Sogar "Messe lesen" spielte der kleine Toni, indem er zwei Schemel und eine Serviette darauf als Altar benutzte und verschiedene Sachen aus dem Haushalt zusammensuchte wie z.B.: das Nachthemd vom älteren Bruder als Albe, einen Pokal als Kelch und ein gesticktes Tüchlein von seiner Schwester als Kelchvelum. Anton zeigte sich in der Schule als fleißiger Junge und hatte ein hervorragendes Abschlusszeugnis. Dies ermöglichte ihm den Weg ins Untergymnasium nach Heiligenkreuz, wo er auch als Sängerknabe wirkte. Ab 1865 besuchte er als Vorzugsschüler das Schottengymnasium. Im jungen Anton Schwartz wuchs die Marienverehrung und er erwählte sich einen heiligmäßigen Lazaristen, P. Medits, zum Seelenführer. Da das Studium nicht einfach zu finanzieren war und er seinen Wohltätern, besonders seiner Mutter, nicht zur Last fallen wollte, entschied er sich bei den Piaristen einzutreten. Er setzte das Gymnasium im Kollegium in Krems fort. Dieser Orden war genau das Richtige für ihn: Er freundete sich sehr mit der Spiritualität des Gründers, des hl. Joseph Kalasanz an, den er hochverehrte. |
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Doch nach seiner Matura musste er leider vom Orden Abschied nehmen, da die Schultätigkeit der Piaristen durch widrige Zeitumstände gefährdet war. Dem Geist seines Ordensvaters, des hl. Joseph Kalasanz wollte er aber treu bleiben und ihm weiterhin dienen, wie Gott es lenken würde.
Er trat ins Wiener Priesterseminar ein, wo er wieder als Aszet auffiel. Er spornte die Mitbrüder zur Herz Jesu-, Muttergottes- und Josefs- verehrung an. Auch im Priesterseminar hatte er immer wieder gesundheitliche Probleme. Doch das Herz Jesu und seine innige Verehrung hatte ihm geholfen.
Am Fest der Unbefleckten Empfängnis 1873 weihte er sich der Muttergottes, nachdem er im Frühjahr alle niederen Weihen empfangen hatte. Von nun an trug er den Beinamen Maria: Anton Maria Schwartz.
Er empfing am 25. Juli 1875 das Sakrament der Priesterweihe durch die Hand des Wiener Erzbischofs, Kardinal Rauscher. Seine Primiz feierte der Neupriester am nächsten Tag in der Hauskapelle der Barmherzigen Schwestern im 2. Bezirk.
Einige Wochen später wurde er Kooperator in Marchegg, wo er sich mit großem Herzen den priesterlichen Aufgaben widmete und auch für die soziale Gerechtigkeit der armen Landbevölkerung und der Arbeitersiedlungen eintrat. P. Schwartz erhielt von der Bevölkerung den Spitznamen "der Papst von Marchegg". Er gab kleine Schriften heraus, wie etwa "Krippenandacht", "Armen-Seelen-Andacht" und ein "Wallfahrtsbüchlein".
1879 wurde Kooperator Schwartz wieder nach Wien versetzt. Er wurde Spiritual der Barmherzigen Schwestern und deren Spitalsseelsorger in (Wien)Sechshaus. So kam es, dass sich Anton Maria Schwartz mit der Spiritualität des hl. Vinzenz von Paul auseinandersetzte, um die Schwestern richtig betreuen zu können.
In dieser Funktion machte Pater Schwartz einmal einen Besuch im Knabeninstitut der Barmherzigen Schwestern in der Tellgasse (jetzt Geb. Langgasse). Er erfuhr von der dortigen Oberin, dass die Zöglinge, wenn sie aus der Schule austreten würden, niemanden hätten, der sich um sie kümmere. So kam es, dass er sich der Lehrlinge annahm. P. Schwartz gründete eine Gemeinschaft, die sich allmählich in eine Institution, einem Kloster ähnlich, verwandelte. Da die Schar immer größer wurde, kamen dank wohltätiger Hände die umliegenden Häuser noch hinzu.
1886 kam es zur Gründung der Ordensgemeinschaft, die sich besonders der Lehrlinge annimmt und ihnen auch Obdach anbietet. Es entstand in der Idagasse (jetzt P. Schwartzgasse) die erste Arbeiterkirche in Wien. Das Hochaltarbild zeigt Maria als Hilfe der Christen, die damals auch kurz die "Ida-Mutter" genannt wurde. Sie war die liebevolle Anführerin der Kongregation, die stets über ihr wachte.
Die Gemeinschaft nannte sich: "Die Kongregation der frommen Arbeiter unter dem Schutz des hl. Joseph Calasanz", kurz Kalasantiner. Es war die erste in Österreich gegründete Männerkongregation. Gründungsmitglieder waren neben P. Anton M. Schwartz noch weitere fünf Laienbrüder. Die Gemeinschaft bestand aus einem Lehrlingsoratorium mit Theatersektion, einer Gesang- und Musiksektion und allerlei Kursen, die für die Bildung eines Lehrlings von Vorteil waren. z.B.: "Redekurs und Konversation".
Die Brüder leisteten besondere Arbeit in der Lehrlingsvermittlung an Meisterbetriebe. Ein Mitglied des Ordens, Bruder Vinzenz; hatte zu über 1000 Meistern Kontakte.
Doch bei den Lehrlingen blieb es nicht. Rektor Schwartz gründete 1892 eine marianische Arbeitersodalität und später ein Herz-Jesu Arbeiteroratorium, wo die jungen Männer auch zu guten, katholischen Familienvätern geformt wurden.
Weiter Hilfsorganisationen die P. Schwartz gegründet hatte waren:
Der Frauenwohltätigkeitsverein, für die Betreuung der Armen.
Der Mariazellerverein, der sich der Wallfahrtsorganisation zum Heiligtum der Gottesmutter in Mariazell annahm.
Ein "Studentat", für den Priesternachwuchs der Ordengemeinschaft.
Der Muttergottesbund, der sich um die Erhaltung und der Ausschmückung der Kirche kümmerte.
In allen Gruppen war reges Leben und alle fühlten sich im Kloster wie zu Hause.
Pater Anton Maria Schwartz wurde bei seinem 75. Geburtstag das goldene Verdienstkreuz der Republik Österreich von Dr. Ignaz Seipl verliehen und von Kardinal Piffl in seiner Festansprache mit dem Titel "Apostel der Arbeiter" geehrt. Dankend nahm Pater Schwartz an und hielt bei seiner Feier noch als Anwalt der Lehrlinge eine Rede, die mit den Worten endete: ...Ich will niemanden beleidigen, aber wenn es mit mir zum Sterben kommt, dann möge man mir zum Abschied zwei Lieder spielen: Das eine das schließt: Innig bleibt mit Habsburgs Throne Österreichs Geschick vereint! Und das andere: Jesus dir leb ich, Jesus dir sterb' ich, Jesus dein bin ich, im Leben und im Tod!"
Dann empfingen alle den Segen des großen Apostels. Dies war wohl einer der ergreifensten Szenen im Imaculatasaal des Klosters.
Der Heimgang des großen Arbeiterapostels war am 15. September 1929, um 4.45 Uhr. Er starb friedlich nach dem Empfang der Sterbesakramente, inmitten seiner Brüder. Ohne Todeskampf und in Stille hat er sein irdisches Leben ausgehaucht. Augenzeugenberichten zufolge meinte man meinte einen Schlafenden zu sehen. Die Religiosen trauerten, doch waren sie auch getröstet von dem Frieden, den er ausstrahlte.
Als der Leichnam am nächsten Tag in der Beichtkapelle der Mutterhauskirche aufgebahrt wurde, strömten ungemein zahlreiche Gläubige zu dem Leichnam, um dort Rosenkränze und Bildchen an ihm zu berühren. Sie sahen in ihm bereits einen großen Heiligen unserer Zeit. Knapp vor dem Schließen des Sarges wurde der Andrang sogar so groß, dass man meinte der Tote würde noch seiner Kleider beraubt, bis es endlich gelang den Sarg zu schließen.
Beim Begräbnis des verstorbenen Pater Generals Schwartz waren ca. 4 - 5.000 Trauernde, die zum Hietzinger Friedhof mitmarschierten. Die Einsegnung nahm Kardinal Piffl vor. Dort wurde der Verstorbene aber nur in einer provisorischen Gruft beigesetzt, denn zwei Monate später wurde er in den Altarraum der Mutterhauskirche gelegt.
Nach seiner Seligsprechung am 21. Juni 1998 durch Papst Johannes Paul II. wurde der Leichnam in einem Glassarg in den Hochaltar unter die Mensa gebettet.
Sein Gedenktag ist der 17. September.
Über das Leben und Wirken des Seligen informiert das Pater Schwartz- Museum im Klostergebäude der Pater Schwartzgasse.
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