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Liebe Freunde und Wohltäter!

Am 1. September jährt sich zum 100. Mal die Einführung des Antimodernisteneides durch das Motu Proprio "Sacrorum antistitum". Dieses denkwürdige Jubiläum darf nicht übergangen werden, da der Inhalt dieses Dokumentes auch ein Jahrhundert später Gültigkeit besitzt und die Probleme von damals heute noch größer geworden sind.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich eine Geistesströmung in Teilen der Theologie durchgesetzt, die u. a. lehrte, dass Gott nicht mit der Vernunft erkannt werden könne sondern vor allem durch das Gefühl erfahrbar werde, dass Glaube und Vernunft sich widersprechen könnten, dass es eine Entwicklung der Glaubenslehren gebe, die von einem Sinn in einen anderen übergehe, dass die hl. Schrift nach den Kriterien des Rationalismus ausgelegt werden müsse, usw.

Der hl. Papst Pius X. erkannte die Gefährlichkeit dieser Irrlehren und verurteilte sie 1907 in der Enzyklika "Pascendi" unter dem Begriff des Modernismus.

Drei Jahre später wurde der Antimodernisteneid eingeführt, um eine Ausbreitung dieser Irrtümer zu verhindern.

Der Eid ist seinem Inhalte nach ein feierliches Glaubensbekenntnis zu den katholischen Grundwahrheiten und eine Verwerfung der modernistischen Irrlehren. Der Eid sollte zur Entlarvung der im geheimen modernistisch denkenden Theologen führen und eine innere Aushöhlung des Glaubens und Lebens der hl. Kirche verhindern. Deshalb wurden dazu alle Lehrer von kirchlichen Hochschulen und Kleriker vor Empfang der höheren Weihen verpflichtet.

Auch wenn die Verpflichtung zur Ablegung des Antimodernisteneids im Jahre 1967 aufgehoben wurde und heute durch einen anderen Treueeid ersetzt worden ist (die sog. "professio fidei"), bleibt dieses Dokument von großer Bedeutung, das gläubige Zustimmung erfordert, da darin die ewig gültigen Wahrheiten unseres Glaubens unverfälscht ausgedrückt werden.

In Christo,

P. Dieter Biffart FSSP